Der große Festakt wird abgesagt
Nach Wölfls Tod ändert das BRK das Volksfest-Programm - aber es geht weiter: "Es wäre in seinem Sinne gewesen"

"Der letzte offizielle Auftritt des Landrats in Viechtach: In einem festlich geschmückten Rettungsboot der Wasserwacht Viechtach wurde Landrat Heinz Wölfl (rechts) mit Schirmherrn, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, BRK-Geschäftsführer Günther Aulinger und BRK-Zentrumsleiter Franz Lobmeier zum Volksfestplatz chauffiert. - Foto: Albrecht"
Beim Volksfestauftakt am Samstag haben ihn Einheimische und Gäste noch mitfeiern sehen. Als BRK-Kreisvorsitzender war er beim Standkonzert am Stadtplatz mit dabei und wurde in einem Rettungsboot der Wasserwacht mit Schirmherr Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, BRK-Geschäftsführer Günther Aulinger und BRK-Zentrumsleiter Franz Lobmeier zum Volksfestplatz chauffiert. Dabei winkte Wölfl den Zuschauern am Straßenrand fröhlich zu und lachte viel. In seinem Grußwort dann lobte er die Arbeit des Roten Kreuzes und würdigte das Engagement der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.
Viele waren sich sicher, den Landrat beim "Tag der Städte, Gemeinden und Behörden" wiederzusehen, spätestens aber beim großen Festakt "100 Jahre Rotes Kreuz Viechtach" am Sonntag. Doch jetzt ist alles anders. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht vom Tod ihres Vorsitzenden gestern unter den Rotkreuzlern verbreitet.
Noch am Vormittag traf sich Viechtachs Bürgermeister Georg Bruckner mit den Verantwortlichen des Viechtacher Roten Kreuzes, um zu beraten, wie es weitergehen soll. Bruckner hatte durch das Landratsamt vom Tod Wölfls erfahren. "Egal wie und was man in der Vergangenheit diskutiert hatte und egal, wie man zueinander stand, es ist schwer zu fassen und tragisch, wenn jemand so aus dem Leben scheidet", sagte Bruckner.
Dennoch habe man sich entschieden, den für gestern Abend angesetzten "Tag der Städte, Gemeinden und Behörden" nicht abzusagen und das Volksfest mit geändertem Programm weiter durchzuführen. "Das wäre auch im Sinne des Landrats gewesen", erklärte BRK-Zentrumsleiter Franz Lobmeier, der wie seine Kolleginnen und Kollegen des Festausschusses sichtlich erschüttert ist. "Heinz Wölfl war nicht nur der Landrat des Landkreises Regen, er war unser Vorsitzender", sagte Lobmeier im Gespräch mit dem Viechtacher Bayerwald-Boten. Deshalb könne man nicht so weitermachen, als wäre nichts passiert. "Wir können aber nicht einfach alles abblasen. Wir sind Verpflichtungen eingegangen, als wir uns entschieden, das Volksfest zu unserem Jubiläum auszurichten", erklärte er.
Er könne es aber verstehen, wenn manche angekündigten Festbesucher jetzt doch nicht kommen wollen. Gestern hätten manche Gemeinden ihren Besuch wieder abgesagt. Teisnachs Bürgermeisterin Rita Röhrl etwa wollte gestern mit ihren Markt-räten auf den gemeinsamen Volksfestbesuch verzichten.
Am Sonntag aber will auch die stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende zum Gottesdienst des BRK um 10 Uhr in der Viechtacher Stadtpfarrkirche kommen. Zu Beginn der heiligen Messe ist eine Gedenkminute für den verstorbenen BRK-Kreis-Chef geplant, am Ende des Gottesdienstes wird der 2. BRK-Kreisvorsitzende Walter Fritz eine Rede halten, anschließend sprechen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner als Schirmherr des Viechtacher Volksfestes 2011 und die BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis.
Zudem werden die Namen all derjenigen langjährig aktiven Rotkreuzler vorgelesen, die eigentlich am Nachmittag bei einem Festakt hätten geehrt werden sollen. "Aber diesen Festakt sagen wir ab", betonte der BRK-Zentrumsleiter. Die Auszeichnungen erhalten die engagierten Ehrenamtlichen dann bei einem Ehrenabend im Herbst.
Ausfallen wird auch der geplante Festzug zum Volksfestplatz. "Wir gehen nach dem Gottesdienst ohne Musik gemeinsam zum Festzelt, wo noch zusammen Mittag gegessen wird und damit enden die Feierlichkeiten zum Jubiläum", sagte Lobmeier. Ersatzlos gestrichen wird auch das Feuerwerk am Abend.
Franz Lobmeier und seine Mitstreiter hoffen genauso wie Bürgermeister Georg Bruckner, dass viele Viechtacher und Gäste aus der Umgebung auch nach dem tragischen Unfalltod Wölfls weiter das Volksfest besuchen und damit das Engagement des BRK würdigen. "Klar ist aber, dass die Stimmung gedrückter ist, wir kein Prosit der Gemütlichkeit singen können und keiner zum Schunkeln animiert werden will, wenn kurz zuvor der Landrat tödlich verunglückt ist", betonte Lobmeier. Zum Gedenken an Heinz Wölfl sind die Fahnen am Eingang zum Volksfestplatz auf Halbmast gehisst.
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