Neun Festtage ohne Notfalleinsatz
Anstrengende Wochen liegen hinter dem BRK - Kein Alarm für den Rettungsdienst
Viechtach. Wenige Stunden zuvor war das Volksfest zu Ende gegangen, da herrschte gestern Vormittag im Festzelt wieder rege Betriebsamkeit: Die Bierbänke, die Bodendielen im Festzelt, die grün-gelben Fahnen und die Roten Kreuze am Zelthimmel - alles ließen die zirka 30 Helfer des diesjährigen Ausrichters, des Roten Kreuzes Viechtach, nach und nach vom Festgelände verschwinden. Arbeitsreiche, aber auch schwierige Tage liegen hinter den BRKlern, die sich entschieden hatten, das Fest auch nach dem Tod des Landrates am Mittwoch weiterzuführen.

Auch die Lichterkette von der Regenbrücke verschwand. Aus und vorbei ist das Volksfest, mit dem das Rote Kreuz Viechtach sein hundertjähriges Bestehen feierte. Die roten Kreuze am Zelthimmel hängten die Helfer gestern Vormittag ab. - Fotos: Ried
Alle Hände voll zu tun hatten sie nur als Festwirte, als Sanitäter mussten sie nicht aktiv werden. "Wir hatten nicht einen Rettungsdiensteinsatz", berichtete Festwirt und BRK-Zentrumsleiter Franz Lobmeier gestern, "der Sicherheitsdienst hat praktisch nie einschreiten müssen". Auch die Polizei Viechtach musste nur einmal zum Festgelände ausrücken. Am vorletzten Festabend gegen zwei Uhr war es offensichtlich in einer anliegenden Bar zu laut. Anlieger hatten sich über die Ruhestörung beschwert, die Beamten kamen, drehten die Musik aus und beendeten den Ausschank, wie die Polizei gestern mitteilte. Besucher auch auf der Straße "vernünftig"
Auf der Straße waren die Festbesucher "sehr vernünftig", heißt es in dem Bericht weiter. Die Polizei erwischte keinen einzigen Autofahrer betrunken.
Dabei war das Zelt durchgehend gut gefüllt, wie Lobmeier sagte. "Ohne den Biergarten wäre es jeden Tag voll gewesen", berichtete er. Besonders gefreut hat ihn, dass viele Viechtacher an jedem Festtag kamen und so das BRK unterstützten.
Ein großes Lob sprach er seiner Mannschaft aus. Weit mehr als 100 Leute hätten mitgeholfen, sagt Lobmeier. Alle, auch die Festangestellten des BRK, hätten ehrenamtlich gearbeitet, einige sich extra Urlaub genommen. Eine Kerngruppe von 15 bis 20 Leuten sei sogar täglich im Einsatz gewesen, von 9 Uhr morgens bis um 4 Uhr in der Früh. Für die Unterstützung dankte Lobmeier auch der Feuerwehr Kollnburg, die dem Festwirt Barausstattung und Dekoration zur Verfügung gestellt hat.
Zufrieden ist auch Festkoch Stefan Schiller, der täglich mit 15 Angestellten die Volksfestbesucher mit Giggerl, Braten und Brotzeiten versorgte. "Es ist gleich gut angelaufen und ging bis zum Schluss so weiter", sagte er. Ordentlich lief es für die Familie Braun, die heuer zum 56. Mal mit ihren Fahrgeschäften vertreten war. Die Leute hätten immer weniger Zeit und Geld für solche Vergnügungen übrig, stellte Chefin Elisabeth Braun fest. Doch die Viechtacher seien "ein angenehmes Publikum, das unsere Leistung auch anerkennt". Bedauerlich findet sie, dass das Fest so überschattet war.
Die Bilanz von Bürgermeister Georg Bruckner fällt positiv aus: "Das BRK hat gute Ansätze gebracht für die Neugestaltung des Volksfestes", sagte er. Gut angekommen sei insbesondere der größere Biergarten und auch der Kabarettabend.
Außergewöhnlich harmonisch und friedlich verlief das Fest übrigens auch außerhalb der Öffnungszeiten, wie Andreas Preißer, Betriebsleiter der Gesellschaftsbrauerei gestern Vormittag auf dem Festplatz erzählte. Seit 20 Jahren sei er beim Zeltaufbau und -abbau dabei, aber so ruhig sei es noch nie vonstatten gegangen. Die Helfer des BRK seien zahlreich und rechtzeitig erschienen, arbeiteten hervorragend zusammen und das ohne Murren. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Preißer sichtlich beeindruckt.
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