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Ein bedeutender Tag für Drachselsried


Mit der Schlüsselübergabe wurde die Zusammenarbeit zwischen Betreutem Wohnen und BRK-Seniorenzentrum symbolisch besiegelt: (v.l.) Landrat Michael Adam, Pflegedienstleitung Sabine Ulrich, Rita Röhrl, Heimleiter Franz Lobmeier, Walter Fritz, Günther Aulinger, Theo Zellner, Alois Erl jun., Helmut Plenk und Bürgermeister Hans Hutter sowie (ganz vorne) die vierte Generation Alois Erl. − Fotos: Probst


Drachselsried
. Drachselsried entwickelt sich zu einem wahren Betreuungs- und Pflegezentrum, denn zum bestehenden BRK-Seniorenzentrum Zellertal kommt nach zehn Betriebsjahren nun ein Betreutes Wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft hinzu. Und: Nach den neuesten Planungen soll das Zentrum noch um eine Tagespflege und eine größere Arztpraxis erweitert werden.

Im Rahmen des zweitägigen Pointwiesenfestes feierte das BRK-Seniorenzentrum Zellertal sein zehnjähriges Bestehen gleichzeitig mit der Einweihung des neu entstandenen Betreuten Wohnens der Firma Erl-Bau. So wie beide Einrichtungen künftig in der Versorgung der Hausbewohner zusammenarbeiten werden, so harmonisch gestalteten sich auch die Feierlichkeiten.

Die Freude stand den Verantwortlichen förmlich ins Gesicht geschrieben – Freude über zwei bedeutende und von der Bevölkerung geschätzte Einrichtungen, Freude über die vielen Gäste, die diesen Tag mitgefeiert haben, und Freude darüber, älteren Bewohnern eine Heimat zu geben, wo sie sich in ihrem Lebensabend wohl und geborgen fühlen können.

BRK-Kreisvorsitzender Walter Fritz konnte viele Persönlichkeiten aus der Kommunalpolitik, vom Bayerischen Roten Kreuz, von der Firma Erl und der am Bau beteiligten Firmen begrüßen. Mit der Unterzeichnung eines beispiellosen Kooperationsvertrags zwischen der Gemeinde Drachselsried und dem BRK-Kreisverband Regen seien im Jahr 2006 die Weichen für die Entstehung eines Seniorenwohn- und Pflegeheims am Standort Drachselsried gestellt und mit der Realisierung des Bauvorhabens sei auf die Nachfrage am Markt reagiert worden, sagte er. Es sei die richtige Entscheidung getroffen worden und zum guten Angebot für Senioren in der Region sei nun noch das Betreute Wohnen hinzugekommen, freute sich der BRK-Kreisvorsitzende Walter Fritz.

 

Ein neues Haus braucht den kirchlichen Segen und "mit der Segnung der Wohnräume wollen wir Gott die Türen öffnen", sagte die evangelische Pfarrerin Tamara Stampka, die zusammen mit dem Ortsgeistlichen Pfarrvikar Michael die ökumenische Segnung der beiden Häuser vornahm.

BRK-Präsident Theo Zellner sagte als Festredner, dass "vor zehn Jahren ein Stück Sozialgeschichte geschrieben" worden sei, als mitten im Zellertal mit dem Bau der Senioreneinrichtung ein Stück sozialer Stabilität geschaffen wurde. In einer Zeit, in der sich die familiären Strukturen wandeln, sei älteren Menschen ein Zuhause gegeben worden, "das ihnen in unserer Gesellschaft zusteht". Die Partnerschaft zwischen Gemeinde und dem Roten Kreuz sei eine ideale und verlässliche Kombination, sie stehe für bestmögliche Versorgung der auf Pflege angewiesenen Personen.

Gleichwohl sieht Zellner diese Einrichtung auch als Wirtschaftsfaktor, als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb, für ihn ein Beweis, dass sich Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit nicht ausschließen müssen.

"Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird", mit diesem Spruch deutete Zellner die Qualität und den guten Ruf des Hauses in Drachselsried an, das nach nur sechsmonatiger Betriebszeit ausgelastet war. Zuhause ist man da, wo man sich wohl fühlt – unter diesem Motto kümmern sich aktuell 62 Beschäftigte am Standort Drachselsried um die Belange der Bewohner. Die Einrichtung des Roten Kreuzes sei somit nicht nur die regionale Antwort auf die gesellschaftlichen Anforderungen zur wohnortnahen Versorgung von pflegebedürftigen Menschen im Zellertal, "sondern auch einer der größten Arbeitgeber in der Region", sagte der BRK-Präsident.

In rekordverdächtiger Bauzeit habe die Firma Erl-Bau eine Einrichtung geschaffen, die den Bewohnern so viel Selbstständigkeit wie möglich und so viel Betreuung wie notwendig ermöglicht. Zellner beglückwünschte die Zellertaler zu beiden Einrichtungen.

In seinem Grußwort sprach Landrat Michael Adam von einem schönen Tag in doppelter Hinsicht, aus Sicht des Landrats und als stellvertretender BRK-Vorsitzender. Drachselsried sei Vorreiter auf dem Gebiet der Seniorenbetreuung, solche Einrichtungen seien sehr wichtig, da es das Familiensystem, wie es früher war, weitgehend nicht mehr gibt.

In der Vergangenheit war die Unterbringung in einem Heim die letzte Lösung, sagte Michael Adam, heute denke man daran, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und dazu werden Einrichtungen wie ein Betreutes Wohnen gebraucht.

 

Für zehn Jahre wertvolle und vertrauensvolle Partnerschaft zwischen dem BRK-Kreisverband und der Gemeinde Drachselsried bedankte sich Bürgermeister Hans Hutter. Hutter erinnerte an die Planungs- und Umsetzungsphase für eine Senioreneinrichtung direkt im Ort unter dem damaligen 1. Bürgermeister und jetzigen Altbürgermeister Hans Weininger, ohne dessen Bemühungen diese Pflegeeinrichtung nicht entstanden wäre. Die Gemeinde hat damals das Gebäude gebaut und nach Fertigstellung ans BRK vermietet. Bereits ein Jahr nach dem Spatenstich konnten die ersten Bewohner einziehen und fast auf den Tag genau vor zehn Jahren fand die Einweihung statt. Hutter bescheinigte der Senioreneinrichtung ein hochwertiges Pflegeniveau nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Bei der Firma Erl-Bau, die an der Realisierung des Betreuten Wohnens in Drachselsried festgehalten hat, bedankte er sich und bezeichnete es als Glücksfall, dass ein so bekanntes und in der Branche etabliertes Unternehmen den Bau dieser Wohnanlage in Drachselsried umgesetzt hat. Dieses Projekt sieht Bürgermeister Hutter als hervorragende Ergänzung zum Seniorenzentrum. Durch die Übernahme der Pflegedienstangebote des BRK gebe es Synergieeffekte für beide Seiten. Mit der Schlüsselübergabe an Alois Erl jun. wurde die Zusammenarbeit zwischen Betreutem Wohnen und BRK-Seniorenzentrum besiegelt.

Unisono setzten sich alle Redner für eine Ausbildung im Pflegebereich ein und forderten eine höhere Wertschätzung des Pflegeberufes, vor allem in der jungen Generation bei der Berufswahl. Dieser anspruchsvolle Beruf dürfe keine Notlösung sein, sondern müsse die notwendige Anerkennung finden. Eine Einrichtung wie das Seniorenzentrum in Drachselsried wäre die beste Werbung für diesen Beruf.

Abschließend bedankte sich BRK-Kreisvorsitzender Walter Fritz bei allen, die an der Feier mitgewirkt haben, bei den Original Altnußberger Musikanten sowie bei Zellertal Event für die Organisation des Volksmusikabends und für die Mitorganisation und Hilfe bei der Veranstaltung.



Die Senioren verkauften Basteleien und Schmankerl.

 

Das Rahmenprogamm

Im Rahmen der Jubiläums- und Einweihungsfeier wurden am Nachmittag im Halbstundentakt Führungen durch die beiden Häuser angeboten. Im Festzelt gab es Kaffee und Kuchen sowie musikalische Unterhaltung mit den Silberberg Sängern. Im Umfeld des Seniorenheims wurde eine Ausstellung ortsansässiger Betriebe, teilweise Geschäftspartner der Senioreneinrichtungen, organisiert. Auch für die Unterhaltung des Nachwuchses war mit Kinderschminken durch das Montessori-Kinderhaus und mit Luftballonwettfliegen gesorgt. Mit Volkstänzen und Schuhplattlern führte der Trachtenverein dazugehörige Mode vor. Zudem stellten mehrere Firmen aus und die Senioren boten Selbstgebasteltes oder selbstgemachte Spezialitäten an.

Ilse Probst








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